Der perfekte Tag | RENÉ POLLESCH

Der perfekte Tag. Ruhrtrilogie Teil 3

René Pollesch

Premiere am 18. Juni 2010
Wieder zu sehen als Special Guest beim Theater Festival Impulse 2011 am 1. und 2. Juli.

Der Abend beginnt mit einem Versprechen: „Das wird jetzt ein perfekter Tag“. Dieser perfekte Tag ist zugleich auch Nummer 101 auf der Liste der wichtigsten Erfindungen der Menschheit, an der sich Fabian Hinrichs in René Polleschs drittem Teil seiner Ruhrtrilogie abarbeitet: Der Weg zum Glück ist eine Erfindung. (Des-)Illusionskünstler Hinrichs radelt und reitet durch einen Zirkus-Abend, zelebriert Polleschs Worte und macht vor allem großes Theater. Aber kann er am Ende sein Versprechen einhalten? Die Antwort gibt er bereits im Verlauf des Abends: „Nur Lügen können perfekt sein.“

 

Fotos: Thomas Aurin

„Auf einer Brache im deindustrialisierten Niemandsland skandiert Fabian Hinrichs den Zuschauern das Versprechen ,Das wird ein perfekter Tag’ entgegen. Nun wäre René Pollesch nicht René Pollesch, wenn er diese Beteuerung, wie auch die Verheißung eines menschlichen Fortschritts sowie das Versprechen auf Perfektion, Wahrheit und Authentizität in der Liebe und im Leben nicht zerstören würde. Unter freiem Himmel, zwischen Schaustellerwagen, Zirkuszelt und funkelnden Glühlampenwänden entfaltet René Pollesch einen Abend, in dem Fabian Hinrichs furios die Ideen und Versprechen der Moderne auf Fortschritt, Wahrheit, Geschlechterdifferenz und Perfektion dekonstruiert. ,Ich lüge auch und bin dein’, singt Hinrichs nach Zarah Leander und mit dieser offen gelegten Lüge, die der Situation des Theaterzuschauers entspricht, der auch nur pro forma den Schauspielern ihre Behauptungen für den begrenzten Zeitraum der Vorstellung glaubt, geht es an diesem Abend um die Suche nach einer Haltung, die die Lüge weg von der Bühne hinein ins Leben trägt.“ (Tom Stromberg, Künstlerischer Leiter Theater Festival Impulse)

Auf nachtkritik.de finden Sie ein Bericht und eine Kritikenrundschau.

 

Über René Pollesch
Der Autor und Regisseur René Pollesch studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Nach verschiedenen Stationen an deutschen Theatern leitete er von 2001 bis 2007 den Prater der Volksbühne Berlin. René Pollesch erhielt 2001 den Mülheimer Dramatikerpreis und wurde 2002 in der Kritikerumfrage der Zeitschrift „Theater heute“ für die „Prater-Trilogie“ zum besten deutschen Dramatiker gewählt. Pollesch war im Jahr 2000 mit seiner Produktion „Heidi Hoh arbeitet hier nicht mehr“ zum ersten Mal zum Theater Festival Impulse eingeladen.

"Der perfekte Tag" ist nach "Das Tal der fliegenden Messer" und "Cinecittà Apertader" der dritte Teil der Ruhrtrilogie, ein über drei Jahre gespanntes Theaterprojekt, in dem die Stadtlandschaft Ruhr eine tragende Nebenrolle spielt.

mit Fabian Hinrichs, Volker Spengler

Regie René Pollesch Bühne Bert Neumann Kostüme Nina von Mechow Musik Vredeber Albrecht Kamera Ute Schall Licht Frank Novak Dramaturgie Aenne Ouiñones Tricktechnische Beratung Manuel Muerte Souffleuse Tina Pfurr

Eine Koproduktion von Ringlokschuppen Mülheim an der Ruhr und Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin mit der Rotterdamse Schouwburg und der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Gefördert von der Kunststiftung NRW, der Stadt Mülheim an der Ruhr, dem Niederländischen Außenministerium, dem Niederländischen Theaterinstitut und der SMW GmbH.