Endspiel | MARTIN KREIDT

Endspiel

von Samuel Beckett

Premiere war am 2. Juni 2010

In "Endspiel" von Samuel Beckett in der Regie von Martin Kreidt geht es um die Betrachtung der Parodoxie des Lebens, den "Sog der Auflösung", wie der Regisseur es nennt. Eine überraschende Besetzung und schnörkellose Ausstattung geben den Blick frei auf einen klassischen Theatertext und spannendes Beziehungsspiel.

Nach den ersten beiden Fatzer-Projekten mit Jugendlichen ist "Endspiel"  Martin Kreidts  dritte Regiearbeit am Ringlokschuppen in Mülheim.

" 'Die Zeit war reif, das Stück wieder aufzunehmen und einen neuen Blick darauf zu werfen', sagt Martin Kreidt. Es geht um die Zeit, das Sterben und das Leben in der Bandschleife. Und ein Grund für den Beckett-Text 'ist lapidar gesagt', betont Kreidt, 'wenn ich mich gerade im Kulturbereich umgucke, dann ist das ein spannendes Thema.' Ob Finanzkrise oder andere wesentliche Dinge - insofern gebe es von der Grundstimmung her Parallelen mit der Geschichte, die das eherne Prinzip einer hierarchischen Struktur in Frage stelle und auf einen Sog der Auflösung zugehe." (WAZ, 29.5.2010)

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Es geht zu Ende. Diese vier Worte sind Programm. Diese vier Worte sind Wahrheit. Wir werden in die Welt geworfen, lernen Anpassung und versuchen uns zu bewegen. Wir verdienen Geld oder auch nicht, unsere Kinder stellen sicher, dass der Spaß weitergeht – und verschwinden wieder. Jeder Tag ist ein bisschen Tod. Der Rest ist Spiel bis zum Ende. Endspiel.

Nach jedem Spiel gibt es eine neue Runde. Mit anderen Spielern, leicht verändert und doch ähnlich. Wenn das Schiff sinkt, ist das nächste schon in Sicht. Nach der Katastrophe ist vor der Katastrophe. Dazwischen ist Krise. Das ist das Leben.

Becketts „Endspiel“ ist Symbol, Bestandsaufnahme und gleichzeitig ein Stück Realität. Ein Stück über das Nichts in dieser Zeit in der Werte wie Sternschnuppen aufscheinen und verlöschen. Dem Nichts entkommt man nicht. Das Ende kommt bestimmt.


Mit Burkhard Forstreuter, Roman Kohnle, Jannik Süselbeck, Johanna Wildhagen

Regie Martin Kreidt Bühne und Kostüm Ulrich Frommhold Dramaturgie Matthias Frense

Eine Produktion des Ringlokschuppens. Gefördert von der Kunststiftung NRW.

Fotos: Stephan Glagla