Schrottplatz | Thomas Lehmen

Foto: Thomas Aurin

24.+25.06.2011

„Im Moment der Begegnung mit dem Absurden und der Konfrontation mit dem eigenen Nicht-Verstehen, ist es der Kunst möglich, immer wieder neue Modelle für temporäre Realitäten zu entwerfen.“  Thomas Lehmen

In „Schrottplatz“ eröffnet der Tänzer und Performer Thomas Lehmen zunächst den Dingen, nicht den Menschen, Einblicke in die Welt: Er erklärt der Tomate das Kabel, dem Ball das Kunstwerk und er erzählt ihnen allen gemeinsam von seinen choreographischen Ideen. Die Dinge sind interessiert – daran, was die Menschen in der Welt draußen so tun, was sie über sich selbst und ihre Umwelt wissen, was sie verstehen und was sie nicht verstehen. Lehmen beschreibt, erklärt, ordnet ein. Doch je mehr er versucht, die Dinge sprachlich und tänzerisch zu erfassen, desto mehr verlieren sie ihre Kontur, je mehr Antworten den Raum erfüllen, desto spürbarer werden die Grenzen des Erfassbaren und Erklärbaren.

Die Produktion „Schrottplatz“ von und mit Thomas Lehmen war beim Theaterfestival FAVORITEN 2010 als eine von zwölf Produktionen, dem „best-off“ der freien Theaterszene NRW, vertreten.

Tanz, Choreographie, Konzept, Text Thomas Lehmen Dramaturgische Mitarbeit Victoria Perez Royo Künstlerische Mitarbeit Lucy Cash Produktion Thomas Lehmen, Christine Peterges

Thomas Lehmen, 1963 in Oberhausen geboren, arbeitet freiberuflich als Choreograph, Tänzer und Lehrer. Von 1986 bis 1990 studierte er an der School for New Dance Development in Amsterdam. 1990 bis 2010 lebte er in Berlin und entwickelte dort zahlreiche Stücke und Projekte.

Zu seinen wiederkehrenden Interessen gehören Kommunikation, Kybernetik und das menschliche Wesen, das sich in seiner Umwelt reflektiert und diese beeinflusst.

Er unterrichtet an Universitäten in Amsterdam, Hamburg, Berlin, oder Reykjavik, und gibt Workshops auf internationaler Ebene. 2010 war er für zwei Semester als Dozent an der School of Dance Herberger Institute for Design and the Arts, Arizona State University tätig.

Stücke: 1995 "Brainsand" (Fabrik Potsdam) 1997 "EXTENDED VERSION" (Theater am Halleschen Ufer, Berlin) 1998 "friendly fire" (Theater am Halleschen Ufer, Berlin) "No Fear" (Theater am Halleschen Ufer, Berlin) 1999 "Baustelle, Einfahrt Freihalten" (Goethe Institute, Tallinn) "distanzlos", Solo (Theater am Halleschen Ufer, Berlin) 2001 "mono subjects", Trio (TanzWerkstatt, Berlin) "clever" (comission of Dance Northwest and the University of Lancaster) "One Two One" (Internationales Tanzfest Berlin) 2002 "Schreibstueck", score "Dialogues", with artists on-site (Rio de Janeiro) 2003 "Kaffee Kuchen Menschen Arbeit" (Berlin) "STATIONEN - Station 1, Berlin"(TanzWerkstatt/Podewil, Berlin) "Operation" (video lecture) (HAU, Berlin) 2004 "Ali" (video lecture) (HAU, Berlin) "FUNKTIONEN" (Zagreb, Kuusiku, Sofia, Berlin) "It's better to..." (IMDT, Dublin) 2005 "Laughing-Crying" (Laban, London) 2006 "Lehmen lernt" (Tanzplattform 2006, Stuttgart) "In All Languages" (Hebbel am Ufer) "Invitation" (Haus der Kunst, München) 2007 "Heromatik" (Hebbel am Ufer) 2010  "Schrottplatz" (Koproduktion PACT Zollverein, Southbank Center, London.)

Eine Koproduktion von PACT Zollverein und South Bank Center. Gefördert durch die Kunststiftung NRW. Mit Dank an Tanzwerkstatt Berlin, Arizona State University - School of Dance.