Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee" | Jürgen Link

Lesung Jürgen Link

Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee

Der Aufstand der Roten Ruhr-Armee im Frühjahr 1920 gegen die Kapp-Putschisten und gegen die faktische Übernahme der Putschisten in die Reichswehr mündete in die längste Behauptung einer linksrevolutionären Souveränität auf deutschem Boden. Dieses Ereignis und seine Vorläufer seit 1918 wurde zu einem literarischen Faszinationskomplex, der auch Brechts „Fatzer“-Fragmenten zugrunde liegt. Im Rahmen des Fatzer-Projekts im Ringlokschuppen wird Jürgen Link aus seinem Roman „Bangemachen gilt nicht auf der Suche nach der Roten Ruhr-Armee. Eine Vorerinnerung“ (assoverlag Oberhausen) lesen. In diesem Roman, der hauptsächlich in der Achtundsechziger Zeit im Ruhrgebiet spielt, dient die Rote Ruhr-Armee als eine Art irrlichterndes Motiv, das die drei Dimensionen der historischen Zeit verbindet: Vergangenheit 1920 (Rückerinnerung) – Gegenwart 1965-1995 (Rückerinnerung) – simulierte Zukunft des 21. Jahrhunderts (Vorerinnerung). In der Gegenwart geht es um eine Terrorismus-Satire – in der Simulation um einen revolutionären Aufruhr in der Zukunft. Die Lesung wird Abschnitte aus der Dimension 1920 sowie aus der Zukunftssimulation umfassen. Erzählt werden darin – jenseits der falschen Alternative von entweder subjektiv oder politisch – Spiele der Tendenz. Die Töne wechseln zwischen der Evokation intensiver Bilder und der Interaktivität eines Anti-Computerspiels.

Hier finden Sie das gesamte Programm und Fotos zu den Produktionen.

Gefördert durch die Kunststiftung NRW.