Fasada 1/2 | KAINKOLLEKTIV

Fasada 1/2

kainkollektiv

18./19.05.2012 | 19.30 Uhr
Eintritt: Vvk 10,- / erm. 5,- | Ak 12,- / erm. 7,-

Krakau heute: halbrenovierte Fassaden für die Touristen, strahlende Shoppingmalls und abgesicherte gated communities. In einem alten Steinbruch steigen jedoch die Toten aus dem See und entern die Stadt erneut. Die Zeiten und Räume durchkreuzen sich. Ein bizarres Heer von Gespenstern geht mit den verlorenen Seelen der Stadt auf Streifzüge. Ihre Wege kreuzen Touristen-Zombies, verkrüppelte Tauben, traurige Pferde  und Spielbergs Nazi-Dinosaurier. Ein Geruch von Geld und Gas hängt in der Luft - eine Reise in die Landschaften des Vergessens und in den Untergrund der Zukunft.

Im Sommer 2011 war kainkollektiv aus dem Ruhrgebiet zu Gast am Teatr Nowy mitten im alten jüdischen Viertel Krakaus, Kazimierz. Gemeinsam mit drei jungen polnischen Performern, die im deutsch-polnischen Wendejahr 1989 geboren sind, haben sie sich auf eine Forschungsreise zur Vermessung unserer Gegenwart zwischen Ost und West, zwischen der alten und der neuen Zeit eingelassen.

Auf der Bühne zeigen die drei Performer textlich, körperlich und musikalisch, wo und wie sich ihre Leben heute, im Krakau des 21. Jahrhunderts, verorten lassen. Dabei werden kulturelle und soziale Zuschreibungen porös. Sie entlocken einer Trümmerlandschaft zarte Klänge und schroffe Sounds, die sich zum Stadt-Beat auswachsen. Darin ertönt ein Chor, der jenen vergessenen Stimmen antwortet, die in Krakaus Geschichte kein Gesicht und keine Sprache haben. Sie klettern durch die mit historischen Fundstücken aufgetürmte Landschaft, setzen ihre Körper in Relation zu ihr, verschwinden hier und erscheinen dort, erforschen am eigenen Leib, was ihnen fremd und was vertraut erscheint. Sie erzählen davon, wie das Leben in Polen heute ist – oder wie es sein könnte.

Premiere war am 22.Oktober 2011 im Teatr Nowy in Kraków (PL)

Fotos: Tomasz Korczyński und Jamie Howard

Foto: James Howard

Eine Produktion von kainkollektiv. In Koproduktion mit Teatr Nowy Krakau, Ringlokschuppen Mülheim an der Ruhr und FFT Düsseldorf. Gefördert durch das NRW KULTURsekretariat, das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, die Stadt Krakau und das Goethe Institut. Im Rahmen von „Klopsztanga. Polen. Grenzenlos NRW“.