Frauenchor / Chór Kobiet | MARTA GÓRNICKA

Frauenchor / Chór Kobiet | Marta Górnicka

Foto: Krzysiek Krzysztofiak

Die Musikerin und Theaterregisseurin Marta Górnicka glaubt an die revolutionäre Kraft des Theater-Chores. Für „Hier spricht der Chor“ und "Magnifikat" hat sie 25 Frauen unterschiedlichen Alters und Berufs um sich versammelt.

Hier spricht der Chor

Fr. | 01. Juni 2012 | 19.30 Uhr | Theater | Hier Tickets bestellen

Flüsternd, schreiend, zischend und lachend stellen sie sich den Leitbildern und Vorstellungen von Weiblichkeit, um die Stimme der Frau wiederzugewinnen. Der Chor mischt alltägliche Redensarten, Werbeslogans und Kochrezepte mit Fragmenten aus „Antigone“, aus Werken Agambens, Barthes‘, Jelineks und Butlers. Uns schlägt der geballte Ärger mehrerer Generationen polnischer Frauen entgegen, die entschlossen und mitreißend zum Aufstand aufrufen.

Der Chor häuft Zitate bis an die Grenze des Erträglichen, legt Sprengladungen unter seine Worte, jagt sie in die Luft oder entschärft sie durch Gelächter. Allen voran Marta Górnicka, die ihre komplexe Partitur selbst dirigiert und mit ihren großartigen Performerinnen eine eindrucksvolle, von wütender Energie getragene Chor- und Choreografiearbeit leistet. „Hier spricht der Chor“ wurde in Polen als herausragendes Theaterereignis gefeiert, zur „Musiktheater-Inszenierung des Jahres 2010“ gekürt und bereits auf mehreren internationalen Festivals präsentiert.

Magnifikat

Sa. | 02. Juni 2012 | 19.30 Uhr | Theater | Hier Tickets bestellen

Das zweite Projekt "Magnifikat" ist ein Statement zur Rolle der Frau im Machtsystem der Kirche – und verzichtet dabei völlig auf den Gebrauch von geistlicher Sprache/heiligen Worten. Es ist eine Post-Oper, die ein polyphones, pokulturelles Magnifikat ermöglicht.

In diesem Projekt sieht sich der Chor dem höchsten geistlichen Bild von Weiblichkeit in der Kirche gegenüber – dem der Jungfrau Maria. Mit seiner ideologischen und ästhetischen Kraft. Mit der magnetischen Energie dieses heiligen Bildes von Weiblichkeit. Bibelzitate, Kochrezepte, Texte von Jelinek, Mickiewicz und Fragmente von Euripides „Bacchen“ werden durch den Chor vermischt mit Computer Sounds, dem Schlagen von Klappen und Blitzlichtern, und Zeitungsberichten. Rhythmisches Sprechen und Slogans aus der Popkultur werden verflochten mit den traditionellen Formen sakraler Musik. Anmerkungen zum Magnifikat werden gesampled und bilden die „Hintergrundmusik“ für kulturelle Texte und Werbesprache. So entsteht ein ideologisch-akustischer Remix. Die Jungfrau Maria steigt herab von ihren heiligen Bildern.

Der Chorus of Women II wurde vom “Tatr” Magazin asugezeichnet als die „beste alternative Theaterperformance in Polen“ in der Saison 2010/2011 und als das beste Theater.


Ort:
Ringlokschuppen | Am Schloß Broich 38 | 45479 Mülheim an der Ruhr
Eintritt:
Vvk 10.- | erm. 5.- | Ak 12.- | erm. 7.- €

Außerdem im Rahmen von klopsztanga:
kainkollektiv | Fasada 1/2| 18. & 19. Mai 2012 | Theater
Steffen Möller | Expedition zu den Polen | 07. Nov. 2012 | Kabarett

 

Eine Produktion des Theater-Institut Zbigniew Raszewski, Warschau.
Im Rahmen von „Klopsztanga. Polen. Grenzenlos NRW.“