Einsatz hinter der V.ierten Wand | COPY & WASTE

Einsatz hinter der V.ierten Wand

copy & waste

31. Januar 2013 | 19.30 Uhr | URAUFFÜHRUNG
02. & 15. /16. Februar 2013 | 19.30 Uhr

Eintritt: Vvk 10,– / 5,– erm. | Ak 12,– / erm. 7,– €

„Manche von uns haben Angst vor dem Sterben, andere vor dem Alleinsein. Profane hatte Angst vor Gegenden wie dieser, wo nichts anderes lebte als er selbst.“

(Thomas Pynchon, V.)

Mülheim. Was ist diese Stadt am Fluß, was will und wollte sie werden? Wer ist sie, welche Menschen machen sie aus? Und wie kann Stadt heute wieder mehr sein als nur Kulisse?

Für diese Fragen treffen Stadtplaner, Künstler und Schönheitschirurgen aufeinander - Figuren aus Thomas Pynchons Roman „V.“ Allen voran Benny Profane, das personifizierte Chaos, und Stencil, der in seinem Ordnungswahn jede beliebige Geschichte zu seiner eigenen macht. Manchmal mühen sie sich mit den Fakten ab, manchmal lassen sie die Wirklichkeit links liegen oder injizieren ihr ein paar feinsinnige oder deftige Fiktionen. Doch Mülheim ist und bleibt rätselhaft. Auch die Dame V., nach der Stencil sucht, ist mal ganz nah und mal unerreichbar fern, mal in Venedig, mal in Paris, mal in Anting, der deutschen Superstadt in China, erbaut von Albert Speer jr.. Ist V. überhaupt eine Frau? Oder eine Stadt? Oder doch nur die vierte Wand, die herunterfährt, damit wir uns endlich wieder in Ruhe unterhalten können – ohne störende Zuschauer?

Es geht hin und her zwischen bürgerlicher Schaubühne und Hanswursttheater, zwischen einsamen Geniestreichen und Beteiligungswahn, zwischen Architekturdiskurs und einer Kolonie von Flamingos, die in der Kanalisation ein geheimes Zuhause gefunden hat. Doch nirgends will V. erscheinen. Oder doch? Bühne frei für: Vracville, wo der Versuch, die Zukunft der Stadt in dem einen großen Projekt zu finden, in der Katastrophe endet.

Fotos: Jerun Vahle

Mit „Einsatz hinter der V.ierten Wand“ starten copy & waste ihre zweijährige Residenz in Mülheim an der Ruhr. copy & waste wurden 2007 vom Schauspieler und Regisseur Steffen Klewar und vom Autor Jörg Albrecht gegründet und werden mit ihren Komplizen, Experten für Dramaturgie, Musik, Raum, Film und Spiel, projektweise komplettiert. Das Prinzip der Gruppe: die Architektur urbaner Räume und des menschlichen Zusammenlebens auf die Theaterbühne bringen, um sie dort im zugespitzten Zitat lustvoll in Verwirrung zu stürzen. Im Ringlokschuppen waren sie bereits mit „Orlac Hand Out“ und „Die blauen Augen von Terence Hill“ zu Gast.

Text Jörg Albrecht Regie Steffen Klewar Bühne/Kostüm Caspar Pichner Video Ian Purnell Musik Matthias Grübel Dramaturgie Wilma Renfordt Bühnen-/Kostümassistenz Katharina Oberegger Mit Elena García Gerlach, Janna Horstmann, Silvia Medina, Sebastian Straub, Elisabeth Wolle


Eine Koproduktion von copy & waste und Ringlokschuppen Mülheim. Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes sowie von der Kunststiftung NRW, dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, schloss bröllin e.V. und dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern.