Requiemachine | MARTA GÒRNICKA

Requiemachine

MARTA GORNICKA

14. / 15. Juni 2013 | 19.30 Uhr

Eintritt: Vvk 10,– / erm. 5,– | Ak 12,– / erm. 7,– €

WIR SIND ARBEITER DES WORTES. WIR MÜSSEN AUSSPRECHEN, WAS ANDERE NICHT AUSSPRECHEN KÖNNEN.

REQUIEMACHINE ist ein radikales, politisches Statement, das die Fundamente des neoliberalen Gesellschaftssystems freilegt. Ein chorischer Theateressay über die versklavende Macht des Systems, das Subjekte zu einem kleinen Rädchen im Getriebe werden lässt. In einer posthumanen Welt wird jeder zum Arbeiter / zum Arbeitsroboter, zur Geisel der reproduzierten Ideologie der Arbeitsgesellschaft – zerrissen zwischen übermenschlicher Arbeit und dem Terror der Arbeitslosigkeit.

Auch mit dem dritten Chorstück setzt Marta Górnicka ihr Vorhaben fort, einen modernen tragischen CHOR zu schaffen, in dessen Zentrum der Mensch steht, den kulturelle, gesellschaftliche und – wie im vorhergehenden Projekt MAGNIFICAT – religiöse Normen in seiner Freiheit einschränken. Der Chor zeigt Sprache in ihrer Funktion als wirksame Waffe ideologischer Gewalt und transzendiert alles Sprachliche durch die Arbeit mit der Stimme, dem Körper und dem musikalischen Element.

REQUIEMACHINE ist ein Essay über Sprache und Tod. Über die Beziehung von Sprache und Macht, über die Geschichtsmaschine. Vor allem möchte ich hier aber über den Totalitarismus der Arbeit sprechen – und über den gewöhnlichen Menschen, der im Getriebe der Produktion und dem alltäglichen Konsum gefangen ist. Den Vorwand dafür boten die rhythmisch-roboterhafte Sprache von Broniewskis Gedichten und dessen erschütternder dichterischer Lebenslauf, der sich in meinem Kopf mit einer Werbekampagne von Benetton, philosophischen Texten, dem Star-Wars-Marsch und dem Klang eines kranken Kehlkopfes mixte. Marta Górnicka

Das Libretto basiert auf Texten von Władysław Broniewski, Reden, Briefe und Abzählverse, die der Chor mit dem philosophischen Diskurs Foucaults und Jüngers, Zitaten von Jelinek und Reklametexten konfrontiert. Sprache und Stimme prallen in den Mühlen der rasenden Chormaschinerie aufeinander. Der Imperiale Marsch aus Star Wars vermischt sich mit den Klängen einer futuristischen Maschine, Computersprache mit sozrealistischem Liedgut und Heavy Metal.

Foto: Marta Ankiersztejn

Konzept, Libretto, Regie Marta Górnicka | Choreographie Anna Godowska | Dramaturgie Agata Adamiecka | Bühnenbild Robert Rumas | Kostüme Arek Ślesiński | Produktionsleitung Marek Susdorf und Monika Sadkowska

Mit Antoni Beksiak, Justyna Chaberek, Maciej Dużyński, Michał
Głowacki, Bartosz Grędysa, Mateusz Gudelis, Anna Jagłowska, Borys
Jaźnicki, Ewa Konstanciak, Adam Konowalski, Wiesław Kowalski, Zbigniew
Kowalski, Grzegorz Kuraszkiewicz, Piotr Antoni Kurjata, Janusz
Leśniewski, Maciej Łagodziński, Kamila Michalska, Grzegorz Milczarczyk,
Jakub Mróz, Kamil Pecka, MagdaRoma Przybylska, Anna Rączkowska, Dominika
Stefańska, Dawid Wawryka, Anna Wodzyńska, Łukasz Wójcicki, Marcin Zarzeczny

Besonderer Dank geht an Maria Broniewska-Pijanowska und Ewa
Zawistowska für die Freigabe des Autorentextes zur Benutzung.

Eine Produktion von Instytut Teatralny im. Zbigniewa Raszewskiego