DER BÜRGERKRIEG | Achim Lenz

17.+18. Januar 2014

Chortheater nach Marcus Lucanus

"hypnotischer Hexameter-Rhythmus.[...] beeindruckende Leistung der Sechs als Einheit, als Ensemble." nachtkritik.de

„Den ersten Weltkrieg empfand ich als Bürgerkrieg zwischen Europäern: als Katastrophe erster Ordnung“, schreibt der paneuropäische Visionär Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi 1922. Während die Gründer der Montanunion knapp 30 Jahre später versuchten, mit wirtschaftlicher und politischer Zusammenarbeit nationale Ressentiments zu überwinden, schürt die gegenwärtige Finanzkrise vielerorts antieuropäische und fremdenfeindliche Reflexe. Die einst als Friedensprojekt gegründete Europäische Union ist von wachsendem sozialen Unfrieden bedroht. Nationale Begriffe scheinen wieder in Mode zu kommen, der Ruf nach greifbaren Identifikationsangeboten wie historischen und lokalen Rückbesinnungen wird lauter.

Zum 100. Jahr des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs inszeniert der Schweizer Regisseur Achim Lenz das Epos Bellum civile des Dichters Marcus Anneus Lucanus, das vom römischen Bürgerkrieg zwischen Cäsar und Pompeius im 1. Jahrhundert v. Chr. handelt. Die Kämpfe zwischen den verfeindeten Lagern, die Lucanus in äußerst brutalen Bildern beschreibt, mündeten in den Untergang der römischen Republik und bereiteten dem Kaisertum den Weg.

Die dritte Arbeit, die Achim Lenz nach T-a-n-n-ö-d (2008) und Die Wolfshaut (2012) im Ringlokschuppen herausbringt, ist eine explizite Warnung vor dem Horror der Barbarei.

Foto: Björn Stork

Mit: Newa Grawit, Charlotte Kath, Nina Mariel Kohler, Hanna Schwab, Sarah Speiser, Anna Staab Regie/Konzept/Fassung: Achim Lenz Raum/Ausstattung: Silke Bauer Dramaturgie: Matthias Frense, Prof. Hanns-Dietrich Schmidt Wissenschaftliche Betreuung: Prof. Dr. Christine Walde Regieassistenz: Mona Brinkmann Produktionsleitung: Anita Willi

Die Theaterfassung von Achim Lenz folgt dem Werk "Der Bürgerkrieg oder Die Schlacht bei Pharsalus" von Lucan (aus dem Lateinischen übertragen von Dietrich Ebener) Bibliothek der Antike: Röm. Reihe; Berlin, Weimar: Aufbau-Verlag, 1978. Aufführungsrechte bei den Dietrich Ebener Erben Greifswald.

Eine Koproduktion von Theater Chur, Theater Schlachthaus Bern und Ringlokschuppen Mülheim. Gefördert von swisslos / Kulturförderung Kanton Graubünden, Stadt Chur, Pro Helvetia, Ernst Göhner Stiftung, Kunststiftung NRW,  Ars Rhenia Stiftung, Bürgergemeinde Chur, Beitragsfonds Graubündner Kantonalbank, Boner Stiftung für Kunst und Kultur, Stiftung Stavros S. Niarchos, Stiftung Dr. M.O. Winterhalter.