VOM SCHLACHTEN DES GEMÄSTETEN LAMMS UND VOM AUFRÜSTEN DER AUFRECHTEN | vorschlag:hammer

16. April 2015

Als Special zeigen wir die vielfach ausgezeichnete Produktion, mit der vorschlag:hammer 2010 begannen, das Erzähltheater neu zu erfinden: mit einfachsten Mitteln und jeder Menge Charme.

Wo die Darmkrankheiten der Schafe wichtiger sind als die Herzleiden der Frauen und wo der melancholische Mob aus sektiererischen Patrioten seine Nachbarn am liebsten an den Hochfrequenzlaternen baumeln sähe, da vegetieren John und Bjartur. In der Inszenierung werden die beiden Romanfiguren –der eine aus Halldor Laxness' Sein eigener Herr, der andere aus Tristan Egolfs Monument für John Kaltenbrunner – nebeneinander gestellt. Geschichten von Selbstverwirklichung und Rebellion werden in einer Parallelmontage mit Mitteln des experimentellem Erzähltheaters untersucht.

Wie nebenbei jonglieren Gesine Hohmann und Stephan Stock (und ihr regiedramaturgischer Mitstreiter Kristofer Gudmundsson) auf mehreren Ebenen schauspielerischer und performativer Darstellung, bedienen sich zwanglos, wo sie etwas brauchbares finden (…) unterminieren erfolgreich alle vermeintlichen Storytelling-Rezepte, unterlaufen alle Kategorien – ob Regietheater, Schauspielertheater oder Performance – und erfinden sich ihre Form für eben das, was sie in dieser Form erzählen wollen. Theater Heute, Mai 2010

vorschlag:hammer entwickelt seit 2009 als Kollektiv Theaterproduktionen. Die Inszenierung Vom Schlachten des gemästeten Lamms und vom Aufrüsten der Aufrechten wurde 2010 mit den Jurypreisen des Körber Studio Junge Regie und des 100° Berlin ausgezeichnet. Tears in Heaven, produziert am Ballhaus Ost, gewann 2013 den Jurypreis des Best OFF – Festival Freier Theater Niedersachsen. 2012/13 sowie 2013/14 war vorschlag:hammer im Rahmen des Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes Artist in Residence am Düsseldorfer Schauspielhaus. Die dort entstandene Arbeit Mori no kokyu wurde eingeladen zu FAVORITEN 2014. vorschlag:hammer waren mehrfach zu Gast im Ringlokschuppen Ruhr, ihre neue Koproduktion Die Leiden der jungen Wörter ist am 08./09. Mai 2015 zu sehen.

 

von und mit Kristofer Gudmundsson, Gesine Hohmann, Stephan Stock

Dramaturgische Mitarbeit: Anna Fries
Tonbandstimme: Ralph T. Engelmann
Fotos: Ellen Coenders, Yannick Fauth

Eine Produktion des Freien Theater Tempus fugit, in Kooperation mit der Hochschule der Künste Bern und der Universität Hildesheim.