Funkhaus Europa Lokalmatadore

30. April 2016

Die Funkhaus Europa Lokalmatadore feierten 2015 ihre erste große Party im Ringlokschuppen Ruhr. Jetzt geht‘s in die nächste Runde: Bands und DJs aus der Region beweisen, dass auch die heimische Szene Global Pop in höchster Qualität und einen außerordentlich tanzbaren Abend garantieren kann. Als Sahnehäubchen gibt es noch einen internationalen Act oben drauf. Begrüßen wir den Mai laut und schwungvoll!

Treesha  / Elektro Hafiz / CaroleM / BxP Soundsistema / Djeli Kouyaté / Murder Eyez / Habibi Funk DJ-Set

Der Mai lockt ins Frei‘ und uns nach Mülheim an der Ruhr. Denn auch in diesem Jahr lädt Funkhaus Europa zum Tanz in den grünen Monat mit seinem großen Treffen der Lokalmatadoren. Mit dabei sind u.a. kenianische Riddims aus Köln, anatolischer Psychedelic Rock, liebevoller Chanson und mörderische Punchlines aus Syrien.

Treesha

Treesha kommt eigentlich aus Kenia, lebt aber seit mittlerweile neun Jahren in der Rheinmetropole Köln. Sieben Jahre lang arbeitete die Sängerin in einer Arztpraxis, bis sie 2012 auf Gentleman und seine Frau Tamika traf und nach dem ersten Beschnuppern prompt als Backgroundsängerin engagiert wurde. Im letzten Jahr hat sich Treesha allerdings mit ihrem Debütalbum „Listen“ vom Background ins Rampenlicht katapultiert. Darauf vereint sie ihre starke Soulstimme mit Reggaegrooves, Pop und R’n’B. Thematisch dreht sich die Platte um alles, was die Wahlkölnerin beschäftigt: die sonnigen und schattigen Seiten der Liebe, persönliche Weisheiten oder auch politische Texte mit klarer Message. Beim Tanz in den Mai wird sie tatkräftig unterstützt von The Soul Lions.

Elektro Hafiz

Der Ehrentitel Hafiz bezeichnet im Arabischen den Meister des Korans, eine Person, die das Heilige Buch frei rezitieren kann. Der türkische Musiker Elektro Hafiz versteht sich als Meister der Musik. Die Baglama, eine Langhalslaute aus Anatolien, wird bei ihm nicht der Tradition entsprechend akustisch gespielt, sondern wie eine E-Gitarre an den Verstärker angeschlossen. Damit gehört Elektro Hafiz quasi zu den Punks unter den türkischen Traditionsmusikern. Mit seiner Band Fairuz Derin Bulut und den bis dato drei veröffentlichten Alben, schuf der gebürtige Istanbuler, Meilensteine des anatolischen Psychedelic Rock. Mittlerweile hat sich der Hafiz in Köln niedergelassen und wagt sich erstmalig auch auf Solopfade.

CaroleM

„Frenchy Pop“ – so bezeichnet CaroleM selbst ihre Musik. Seit sechs Jahren lebt die gebürtige Französin nun in Berlin. Nicht ganz ohne Grund, denn als Tochter einer Deutschen und eines Franzosen ist sie zwischen beiden Ländern aufgewachsen. Mittlerweile ist Carole studierte Jazzmusikerin, spricht sechs Sprachen und schwankt mit ihren Einflüssen irgendwo zwischen Chanson, Folk, Jazz und Pop. Doch im Vordergrund steht ganz klar die Stimme, der Zugang zu ihrer Seele. Gesungen wird auf Französisch und Englisch, verspielt gewechselt zwischen hohen Tönen, Flüstern und Improvisation - entzückend und doch irgendwie überraschend.

BxP Soundsistema

Cumbia trifft auf Breakbeats, Samba auf Bellydance – Das BxP Soundsistema sammelt seine Einflüsse über den gesamten Globus. Angefangen hat alles vor über zehn Jahren mit der Partyreihe Balkan Express. Das wandernde Partykonzept hat Gründer Kosta Kostov zu Club-Gigs in ganz Europa, Süd- und Nordamerika verschlagen, bei dem der bulgarische Produzent Inspiration und Kontakte auf der ganzen Welt knüpfen konnte. Mit Marco Thiemann an der Bass- und Sologitarre, den Vocals von MMbeki, dem Akkordeon-Spiel von Rui Lobo und Kosta Kostov am Mix bekommt man beim Tanz in den Mai eine garantiert mitreißende Mischung und ein Tanzspektakel der besonderen Art geboten.

Djeli Kouyaté

Djeli Kouyaté begann als Kind einer Musikerfamilie mit fünf Jahren Balafon zu spielen, eine Xylophon-Art aus Westafrika. Sein Onkel brachte ihm bereits früh die Kunst der Griot bei, ein traditionelles Berufsfeld für Sänger, Instrumentalisten und Dichter, die lehrreiche und epische Inhalte überliefern. Als Einzelgänger auf den Straßen Kindias, Guinea sammelte Djeli über die Jahre sein Wissen zusammen, übte mit unterschiedlichsten Gruppen und wurde 1998 von der Band Konkobá schließlich nach Deutschland eingeladen. Fortan formte er Gruppen wie Silimbo oder Trio Africa und begleitete zahlreiche Künstler mit seinem Balafon, der Sologitarre und anderen afrikanischen Traditionsinstrumenten wie Gongoma und Kalimba. Mittlerweile ist er Frontmann bei seiner eigenen Combo BLACKback.

Murder Eyez

Murder Eyez gilt in seiner syrischen Heimat als Legende. Schon seit Ende der Neunzigerjahre macht der Rapper aus Aleppo bereits Musik, brachte den Geist von US-Größen wie 2Pac, Dr. Dre und Ice Cube in die arabische Welt und baute sich mit Studio und Shops sein eigenes HipHop-Imperium auf. Doch dann kam der Krieg, Abdul Rahman, wie Murder Eyez mit richtigem Namen heißt, musste fliehen und landete in Deutschland. Beim Tanz in den Mai erzählt uns der energische Rap-Pionier Geschichten die ihn bewegen, aus seiner alten und neuen Heimat, auf einem One-Take-Klangkonstrukt aus orientalischen und westlichen Einflüssen.

Habibi Funk DJ-Set

Jannis „Jakarta“ Stürtz bringt versteckte Perlen des Maghreb auf die deutschen Dancefloors. Als Mitbegründer des deutschen Indie-Labels Jakarta Records hat Jannis in den letzten Jahren bereits ein gutes Händchen in puncto Rap, Soul und Elektro bewiesen, indem er Künstler wie beispielsweise Kaytranada, Anderson. Paak, Akua Naru und Blitz the Ambassador noch vor dem großen Durchbruch unter seine Fittiche nahm. In den letzten Jahren erweiterte der Wahlberliner seinen Dunstkreis erneut um ein Vielfaches, als er sich regelmäßig auf archäologische Musik-Mission nach Nordafrika begab. Dort grub er nach verloren geglaubten Schätzen der dortigen Fusion-Kultur, vor allem Funk- und Jazzplatten, auf denen Traditionelles und Modernes zusammenfließt, um diesen schließlich mit seinem Sublabel Habibi Funk Plattform und Verbreitung zu bieten.

Paco Mendoza

Wer Paco Mendoza als „Tausendsassa“ beschreibt, stapelt tief. Wenn er nicht für seine Sendung „Mestizo FM“ im Funkhaus Europa vor dem Mikrofon steht, produziert er Musik – in vielen Sprachen und in vielen Stilen. Mit seinem Projekt Caramelo Criminal nahm er ein Reggae-Album auf Spanisch auf, mit seinem Dancehallprojekt Raggabund teilte er sich mit Sean Paul und Shaggy eine Bühne. Und auch wenn er mittlerweile gerne zur Akustikgitarre greift, ziehen der Wunsch nach Gerechtigkeit und sein Optimismus weiter durch seine Lieder.

Präsentiert von WDR Funkhaus Europa.