FIN DE MISSION | kainkollektiv

Fr. 04. November 2016 | 20.00 Uhr | PREMIERE
Sa. 05. November 2016 |20.00 Uhr

Nachgespräch im Anschluss an beide Aufführungen.

Fotos: Stephan Glagla

 

Als 1607 mit Monteverdis Orfeo die erste Oper der Weltgeschichte zur Aufführung kommt und darin Eurydike das Boot in Richtung Unterwelt besteigt, da legt weit entfernt an einem westafrikanischen Strand ein weiteres Boot ab, beladen mit „menschlichen Ware”…

kainkollektiv und OTHNI (Yaoundé, Kamerun) entwerfen eine kamerunisch-deutsche Oper(ation) über das Gedächtnis der Sklaverei. Während Europa seine humane moderne Gesellschaft kreiert, läuft die Geschichte der Sklaverei als verdrängte Rückseite und wie eine Bedingung für den Aufstieg der Kolonialmächte immer mit. In der Begegnung höchst unterschiedlicher Musiktraditionen entsteht eine neue Klanglandschaft: von Klage- und Totenliedern über Arbeiter- und Widerstandsgesänge bis hin zum europäischen Opernrepertoire. Eine Musiktheater-Performance, die das in Afrika und Europa verdrängte Erbe aus den Untiefen der Geschichte heraufholt, bis es uns im buchstäblichen Sinne um die Ohren fliegt… Eine Mission am Ende aller Missionen, mithin eine Mission ohne Auftrag.

"Die Austreibung des Sklavenhändlergeists" Dorothea Marcus auf nachtkritik.de

"Finger in die Wunde" Lisa Kerlin in trailer ruhr

Vorbericht von Margitta Ulbricht in der WAZ Mülheim

Two theatre groups – one from Germany and one from Cameroon – are joining together in search of the memory of the slave trade. In Europe the idea of modern humane society began to flourish in the 16th century, while at the same time the terrible slave trade laid the foundations for the wealth of today’s Western world. The performance looks back at this dark heritage through different music traditions, blending traditional laments and protest songs with classic opera.

Projet de collaboration Germano - camerounais entre deux groupes théâtraux - kainkollektiv et OTHNI Laboratoire de théâtre à Yaoundé – qui, ensemble, vont à la quête de la mémoire de l‘esclavage. En Europe, l‘idée de la société moderne a commencé à fleurir au XVIe siècle, alors qu‘en même temps ce commerce horrible posait les bases de la prospérité occidentale d‘aujourd‘hui. La performance déterre ce patrimoine obscur et refoulé en mélangeant les traditions musicales très différentes – les jérémiades traditionnelles, les chansons contestataires et l‘opéra classique.

In Deutsch, Englisch und Französisch mit Übertiteln.

Weitere Spieltermine:
11.+12. November FFT Düsseldorf
24.-26. November Kampnagel Hamburg
Premiere in Kamerun: Frühjahr 2017

Das international arbeitende Künstler*innen-Team kainkollektiv arbeitet seit 2004 in unterschiedlichen Kollaborationen an theatralen Partituren zwischen Theater, Installation und Performance. Seit einigen Jahren recherchiert, entwickelt, kompiliert und inszeniert kainkollektiv primär eigene Texte und Szenarien und produziert national und international Performances, Installationen, Ausstellungen und Theaterinszenierungen. kainkollektiv arbeitet beständig an seiner eigenen Öffnung, Zerstreuung und Erweiterung durch engeren oder loseren Einbezug unterschiedlicher Künstler*innen: den mit uns kollaborierenden Zeit-Genoss*innen. Darüber hinaus kollaborieren die kainkollektivistInnen beständig mit unterschiedlichen KünstlerInnen, Gruppen und Häusern aus den Bereichen Theater, Musik, Tanz, Bildende Kunst und Neue Medien. Diese Kollaborationen sind einem Theater der Zeit-Genossenschaft verschrieben, in dem das Zeitgenössische keine bloße Zuschreibung ist, sondern selbst zur Disposition steht und den immer wieder neu zu sondierenden Grund der eigenen Forschung und Arbeit darstellt: WIR MÜSSEN DIE GEGENWART SO LANGE NEU ERFINDEN, BIS SIE HERAUSGIBT, WAS AN VERGANGENHEIT UND ZUKUNFT VON IHR VERSCHLUCKT WORDEN IST! Seit 2012 erhält die Gruppe die Spitzenförderung Theater des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und von 2015-2017 die Konzeptionsförderung des Fonds Darstellende Künste e.V.

 

Konzept und Inszenierung kainkollektiv (Fabian Lettow / Mirjam Schmuck) und Martin Ambara (OTHNI)
Bühne herrwolke
Kostüm Alexandra Tivig
Produktionsleitung Mina Novakova
Technische Leitung
Stefan Göbel
Technische Assistenz Valéry Kwongue Ebouele
Ausstattungs- und Produktionsassistenz Kathrin Ebmeier

Von und mit Antoine Effroy, Catherine Jodoin, David Guy Kono, Carsten Langer, Madeleine Pélagie Nga Alima, Rasmus Nordholt-Frieling, Kerstin Pohle, Nils Voges, Edith Voges Nana Tchuinang, Jean Calvin Yugye

Eine Produktion von kainkollektiv und OTHNI – Laboratoire de Théâtre de Yaoundé. In Koproduktion mit Ringlokschuppen Ruhr, FFT Düsseldorf, Kampnagel Hamburg und Doual'Art Douala.
Gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, die Kunststiftung NRW, die Konzeptionsförderung des Fonds Darstellende Künste e.V. - aus Mitteln des Bundes, das Goethe Institut, den Regionalverband Ruhr im Programm Interkultur Ruhr sowie das Ministerium für Kunst und Kultur Kamerun.