HAMLET | Boris Nikitin

Foto: Donata Ettlin

 

Die neue Arbeit von Boris Nikitin benutzt Shakespeares Geschichte als Folie, um über Identität, Individualität, Wahn und Wirklichkeit nachzudenken. In einer Mischung aus experimenteller Performance und queerem Musiktheater übernimmt der Performer und Musiker Julian Meding den Part eines zeitgenössischen Hamlets, der gegen die Wirklichkeit aufbegehrt.

Unterstützt von einem barocken Streichquartett begibt sich Meding auf eine Tour de force, in der er sich, seinen Körper und seine Biografie den Blicken des Publikums aussetzt. Doch ist das überhaupt Meding? Oder Hamlet? Ist alles nur Spiel? Sein oder Nichtsein? Oder beides zugleich? Hamlet ist poetische Revolte: roh, grobkörnig, konfrontativ, asozial, schillernd.

„Es ist ein Abend, der uns festhält, weil er uns schwanken lässt […] Wie wenig andere führt Boris Nikitin das Theater derzeit an einen kritischen Punkt.“ Nikolaus Müller-Schöll, Theater heute

"Hamlet hebt die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit im zeitgenössischen Performancetheater auf eine neue Stufe. […] Auf der Bühne lässt sich der Blick für die Kippfiguren schärfen und lässt sich einstudieren, wie wir es lernen können, etwas robuster auch selbst zu kippen." Dirk Baecker, Theater der Zeit

Hamlet by Boris Nikitin reimagines Shakespeare’s play; it is a performance, investigating identity, delusion and reality.

ھاملت ل بوریس نیكیتین لیست إعادة سرد لمادة شكسبیر بل

أداء یدعوا للتفكر ﻓﻲ الھویة والفردیة والوھم والحقیقة.

Boris Nikitin ist Theaterregisseur, Autor, Bühnenbildner und Kurator. Er hat Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen studiert und erarbeitet Projekte in der freien Szene ebenso wie im Stadttheater, ua. an der Kaserne Basel, dem HAU Berlin, Gessnerallee Zürich, Theater Freiburg, Schauspielhaus Graz und Ruhtriennale. Seine Projekte sind international auf Tour, teilweise schon seit mehreren Jahren, wie z.B. Imitation of Life oder Woyzeck.

Nikitins Arbeiten spielen mit den Grenzen zwischen Performance und Theater, Illusion und Dokumentarischem, offensivem Dilettantismus und schauspielerischer Virtuosität. Oftmals spielt die Rahmung der Projekte eine herausragende Rolle, die nicht selten verschwommen und verschoben ist. Seine Projekte haben teilweise den Charakter von inszenierten Ready-Mades oder auch einen wissenschaftlichen Hintergrund (Universal Export, Woyzeck, Das Grundgesetz).

 

Konzept, Regie, Text: Boris Nikitin
Performance, Text: Julian Meding
Songs: Uzrukki Schmidt
Barockensemble: Der musikalische Garten
Ausstattung: Nadia Fistarol
Video: Georg Lendorff, Elvira Isenring
Dramaturgie, Ton: Matthias Meppelink
Musikalische Konzeption, Sound: Boris Nikitin, Uzrukki Schmidt, Matthias Meppelink, Der musikalische Garten
Ausstattungsassistenz: Susanna Lombardo, Helene Hunziker
Technische Leitung: Benjamin Hauser
Produktionsleitung: Annett Hardegen

Eine Produktion von Boris Nikitin in Koproduktion mit Kaserne Basel, Gessnerallee, Théatre Vidy, Ringlokschuppen Ruhr. Mit Unterstützung von La Villette Paris, Münchner Kammerspiele, HAU Hebbel am Ufer, Südpol Luzern.

Gefördert durch den Fachausschuss Theater und Tanz BS/BL, Pro Helvetia, Migros Kulturprozent, Ernst Göhner Stiftung und Kunststiftung NRW.