EGfKA Doppelpass 2017/2018

ab Frühjahr 2017 bis 2018

Doppelpass Förderung für EGfKA und Ringlokschuppen Ruhr

Die Jury des Theaterfonds „Doppelpass“ der Kulturstiftung des Bundes hat auf ihrer jüngsten Jurysitzung entschieden, dass der Ringlokschuppen Ruhr und die Gruppe EGfKA (Europäische Gemeinschaft für Kulturelle Angelegenheiten) neben zwölf weiteren Tandems für die Jahre 2017/2018 in die Residenzförderung aufgenommen werden. Das Kernstück des Fonds Doppelpass bildet ein zweijähriges Residenzprogramm, das den Künstler*innen beider Seiten, Theaterhaus und freier Gruppe, den nötigen Freiraum eröffnen soll, ihre Strukturen und Arbeitsweisen produktiv zu verbinden.

Unser gemeinsames Programm

PERFORMING POLITICS OF CARE – Ringlokschuppen Ruhr und EGfKA entwickeln gemeinsam anastrophische Zukunftsszenarien. Was in Zeiten von Austerität, Prekarisierung, Rechtsruck, Renationalisierung und Klimawandel an gesellschaftlicher Zukunft nicht mehr vorstellbar scheint, wird in Laboren der Sozialen Imagination erarbeitet, erprobt und auf der Bühne (pre)enactet. Gegen eine krisenhafte Gegenwart, in der die Verwaltung der Angst zur Regierungsform geworden ist und Katastrophenszenarien und Sachzwänge the only game in town sind, setzt das Projekt das Modell der ANASTROPHE: Eine im Jetzt gestaltbare Wendung zum Besseren.

In je zwei Theaterlaboren und Inszenierungen, Festivals und Veranstaltungsreihen werden die Gespenster des antifaschistischen Dramatikers Jura Soyfer († 1937), der Oktoberrevolution und des Mai ‘68 beschworen und auf ihren Gebrauchswert für Gegenwart und Zukunft befragt.

Endzeit, Baby? - Wir fangen gerade erst an!

Ruhrpost 2017 #1etc.

 

Über EGfKA

Das Theaterkollektiv EGfKA verbindet postdramatische und klassische theatrale Formen mit entschiedenem gesellschaftlichem Engagement. Mit Leichtigkeit, Fantasie und Präzision werden neueste politische Entwicklungen hinterfragt, gängige Erzählweisen zerlegt und zeitgemäße künstlerische Formen entwickelt. Neben den Gruppenstrateg*innen Tina Turnheim, Florian Thamer und Sabrina Apitz gehören zum Kernteam die Schauspieler*innen Matthias Kelle, Dafni Sofianopoulou und Olivia Stutz. Ringlokschuppen Ruhr und Gruppe eint das Verständnis von Theater als gesellschaftlichem Akteur, der mittels künstlerischer Methoden und Werkzeuge als „anderer Ort der Produktion“, des Denkens und des Streits gegen den gegenwärtigen Fatalismus angehen muss.

Die Gruppe EGfKA wird mit dem Ringlokschuppen Ruhr ihre Konzeption eines engagierten Theaters für eine zum positiven gewendete soziale Zukunft weiterentwickeln. Entgegen der krisenhaften Gegenwart, in der die Verwaltung der Angst, Katastrophenszenarien und die stumme Logik der Sachzwänge beherrschend sind, beschwört das Projekt das Gegenmodell: Eine im Jetzt gestaltbare Wendung zum Besseren. Um Zukunft wieder denkbar zu machen, nimmt das Projekt Anlauf in der Vergangenheit: an den Jubiläen der russischen Oktoberrevolution 1917 und des Mai 1968. Eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit den Ideen will verschüttete Potentiale ohne Verklärung in die Gegenwart beamen, um mit sozialer Imagination der scheinbaren Alternativlosigkeit im kapitalistischen Realismus entgegenzutreten. An der Schnittstelle von Theater und Politik werden in zwei Laboren und zwei Inszenierungen Auswege aus den Sackgassen der Gegenwart gesucht.

Ihr Engagement für Kunst und Gesellschaft stellten EGfKA bereits zweimal im Ringlokschuppen Ruhr unter Beweis. 2013 produzierten sie für die Dritten Mülheimer Fatzer Tage FATSA/KOINA: Athen, eine Arbeit, die anschließend auf Gastspieltour nach Berlin, Bochum und Athen ging. Die Handlung begab sich in die krisengeschüttelte griechische Hauptstadt und basierte auf intensiver Zusammenarbeit mit Künstler*innen vor Ort. 2015 gestalteten sie das Zukunftslabor Prometheus entfesseln!, das neben wissenschaftlichen und politischen Vorträgen eine Abschlussperformance hervorbrachte.

egfka.eu

Ringlokschuppen Ruhr präsentiert EGfKA / Gif: Björn Stork
Gefördert im Fonds Doppelpass