Flugschriften


YES, WE CARE!

Bundesarchiv

Ruhrpost#1

EGfKA, 16. Februar 2017

Obama geht, die EGfKA kommt

1 Pfund Rindfleisch in Kraftbrühe/1 Pfund Steaks und Nieren/0,5 Pfund Leber/0,5 Pfund Corned Beef/ 0,75 Pfund „Prem“/ 0,5 Pfund Speck/ 2 Pfund Margarine/1 Pfund Schweineschmalz/1 Pfund Aprikosen-Konserven/1 Pfund Honig/ 1 Pfund Rosinen/ 1 Pfund Schokolade/ 2 Pfund Zucker/ 0,5 Pfund pulverisierte Eier/ 2 Pfund Vollmilch-Pulver/ 2 Pfund Kaffee (Standard Care-Paket von 1947)

Mülheim, wir kommen! Am 16. Februar landet das Theaterkollektiv EGFKA mit internationalen Gästen und jeder Menge Wurst bewaffnet im Ringlokschuppen Ruhr. PERFORMING POLITICS OF CARE heißt die Devise, unter der wir die kommenden zwei Jahre hier arbeiten werden. Denn jemand oder etwas muss doch die Lücke füllen, die der Abgang des sympathischen Drohnenflüsterers aus den USA hinterlässt. Obamacare ist schon fast Schnee von gestern – Knusperflocken im Frühstück des Bösewichts mit der vieldiskutierten Frisur. Wie überhaupt die Ära transatlantischer Bruderschaft, die so schön mit Schmalz, Kaffee und Rosinen begann und vom kalten Krieg bis ins heiße Bagdad so manches Abenteuer erlebt hat. Wer sorgt für uns, wenn Big Brother nur noch Pussys grabben, Araber foltern und überhaupt seinen eigenen Shit machen will? Sicher nicht seine europäischen Klone, deren Rassismus und Sexismus keine Alternative, sondern Zuspitzung neoliberaler Verarmungspolitik mit neo-faschistischen Mitteln versprechen. Willkommen in der Zeit der Monster und Gruselclowns!

Aber fürchte dich nicht, Mülheim! Wir sind da und wir kommen in Frieden. Und yes, we care! Gegen eine krisenhafte Gegenwart, in der die Verwaltung der Angst zur Regierungsform geworden ist, Katastrophenszenarien und Sachzwänge the only game in town sind, setzen wir die ANASTROPHE: Eine im Jetzt gestaltbare Wendung zum Besseren. Gemeinsam mit euch – Menschen im Theater, auf der Straße, im Supermarkt, lokalen Strukturen und translokalen Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen – machen wir das Theater zu einem Labor sozialer Imagination und verbünden uns, um die Gegenwart zu begreifen und anastrophische Zukunftsszenarien zu entwickeln. Am Donnerstag 12 Uhr schlagen wir die TRINKHALLE AGORA in der Mülheimer Innenstadt auf. Wir freuen uns, euch dort zu sehen!

Endzeit, Baby? Wir fangen gerade erst an!

Eure EGfKA