Eichbaum Countdown

Eichbaum Countdown

raumlaborberlin

EICHBAUM COUNTDOWN – der Eichbaum lebt!

Auch im Jahr nach der Eichbaumoper beweist, die U-Bahn-Haltestelle Eichbaum, dass sie mehr ist, als ein trister Transitort aus Beton. Im Rahmen des Jugendprojekts EICHBAUM COUNTOWN werden gemeinsam mit jungen Anwohnern Visionen entwickelt und umgesetzt. In zahlreichen Workshops wird geplant, gemalt, komponiert, gesungen, und gebaut. Der bisherige Höhepunkt war die Veranstaltung EICHBAUMBOXER  - eine große Box- und Rapveranstaltung auf dem stillgelegten Bahngleisteil, auf dem auch schon die Operntribüne stand. Jugendliche Anwohner waren hier als Protagonisten auf der Bühne und im Ring beteiligt, aber auch bei der Organisation, als Security-Helfer, Caterer oder Moderatoren. Denn wenn auch Boxen und Oper auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben, gilt für beides: Am Eichbaum funktioniert es nur dann, wenn die Mülheimer aus dem Viertel daran mitwirken!           

EICHBAUM COUNTDOWN ist ein Teil des vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung geförderten Forschungsprojektes "Jugendliche im Stadtquartier" – es geht darum herauszufinden, wie sich junge Menschen in Stadtentwicklungsprozesse einbinden lassen, und welche Vorstellungen sie von der Nutzung öffentlichen Raums haben. Projektträger sind der Ringlokschuppen und raumlaborberlin.

 

Das Konzept des Projekts fußt auf drei Hauptsäulen:

1. Umgestaltung der Haltestelle

Zusammen mit der Architektengruppe URBIKON wurde der Eichbaum durch konkrete, materielle Umbauten verändert. Zusammen mit Jugendlichen entstanden Stahlsilhouetten und ein wandfüllendes Bild aus Holz. Zu einem zweitägigen  Designworkshop wurde ein Traceur eingeladen. Traceure betreiben die Sportart “Parkour”,  die sich den öffentlichen Raum und alle in ihm vorgefundenen Objekte aneignet, indem Hindernisse nicht als solche begriffen werden, sondern sie sportlich-spielerisch überwunden werden. Parkour ruft dazu auf, Orte anders wahrzunehmen und selbst zu erkunden. Auf diesem Weg konnte den noch immer negativen Assoziationen mit dem Eichbaum, eine positive Wahrnehmungsweise entgegengesetzt werden.  Der Traceur wurde während seiner Aktion gefilmt, zudem konnten sich die Jugendlichen selber in Alltagsposen fotografieren. Die Bilder wurden dann als Stahlsilhouetten geschnitten und so als geronnene Eichbaum-Momente in bleibendem Wandschmuck festgehalten. Im Holzbild aus dunkelroten Platten wurden ebenfalls Geschichten aus dem Alltag künstlerisch umgesetzt und zusammen mit jungen Menschen gesägt und angebracht.

2. Boxmeisterschaft als temporäre Aneignung

Während einer ersten Arbeitsphase im Herbst 2009 wurden bei den Jugendlichen Vorschläge für eine weitere Nutzung des Eichbaums gesammelt. Ideen wie Kino, Konzert, Poetry Slam und Ausstellungsfläche werden seitdem ständig im Rahmenprogramm realisiert. Eine herausgehobene Stellung im Projektzeitraum 2010 hatte die  überregionale Boxmeisterschaft EICHBAUMBOXER am 2. und 3. Oktober 2010. Der Impuls kam von im Boxsport aktiven Jugendlichen, die ihre Freizeit oft am Eichbaum verbringen. Im Boxclub Mülheim Dümpten fand sich ein engagierter Partner, der Spaß an der Umsetzung eines ungewöhnlichen Events hatte. Im laufe der Planungen zeigte sich, dass ebenso großes Interesse an einem Rap-Wettbewerb besteht – und so wuchs das Event zu einer unkonventionellen Mischung aus Kämpfen mit Fäusten und mit Worten. Es ging dabei zum einen darum, die Vielfalt der Nutzungsmöglichkeiten an einem weiteren Besonderen Beispiel zu demonstrieren, zum anderen aber vor allem darum, die Jugendlichen aktiv in die Planung, Organisation und Durchführung eines größeren Events einzubinden, und damit neue Möglichkeitshorizonte  für die Nutzung von öffentlichem Raum zu eröffnen.

Fotos: Dirk Elstermeier

3. Erhalt der "Bauhütte"

Durch die kontinuierliche Arbeit vor Ort hat sich die Containerhütte am Eichbaum zu einem beliebten Treffpunkt auch außerhalb der großen Ereignisse entwickelt. Es gibt die Initiative einiger Jugendlicher, einen Eichbaum-Verein zu gründen, dessen Ziel es ist, den Bestand der Bauhütte nachhaltig zu sichern und eine multifunktionale Nutzung zu etablieren. Nach wie vor sind nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene herzlich eingeladen, die Bauhütte für die Umsetzung eigener Ideen zu nutzen. Der Vielfalt sind hier fast keine Grenzen gesetzt – die Bauhütte bietet sich als Marktplatz einer offenen zeitgenössischen, modernen und diversen Stadtgesellschaft an! Im Rahmen von EICHBAUM COUNTDOWN werden die Initiatoren beraten und mit verschiedenen Akteuren vernetzt. In den kommenden Monaten sollen zusammen mit Vertretern der Stadt nach Möglichkeiten für die Zukunft gesucht werden. Einen ersten Ausblick bietet momentan schon die Zusammenarbeit mit dem Familiennetzwerk Heißen, das jeden Montag ab 18 Uhr ein kostenloses Kinoprogramm in der Bauhütte anbietet.

Aktuelle Informationen unter www.eichbaumcountdown.blogspot.com