Der Grüne Kakadu

Arthur Schnitzler // KGI

Performance / Theater / Tanz
Sa. 06. Mai 2017, 20.00 Uhr
Eintritt  Vvk 12 € / erm. 6 € | Ak 15 € / erm. 8 € / Gruppe 5 €

„Es ist ein seltsamer Ort – Es kommen Leute her, die Verbrecher spielen – und andere, die es sind, ohne es zu ahnen.“

Andere sind es wiederum, und denen wird kein Wort geglaubt. Auch am 14. Juli 1789 scheint die Spelunke „Der grüne Kakadu“ der Place to be für das adelige Hipstertum des Pariser East-Village zu sein. Ein Ort an dem 'die Wirklichkeit' auf dem Spiel steht, an dem Alles möglich ist, aber am Ende doch auch alles brav an seinem zugewiesenen Platz zu bleiben soll. „Guten Abend, ihr Schweine[...] – Sie werden bemerken, dass hier gar nichts Aufrührerisches vor sich geht […] Es wird hier einfach Theater gespielt – das ist alles “, sagt der Theaterdirektor, während draußen mit dem Sturm auf die Bastille die Französische Revolution aus- und mit ihr eine neues Zeitalter anbricht. Am Ende von Arthur Schnitzlers Groteske Der Grüne Kakadu entsteht drinnen wie draußen eine heilloses Durcheinander zwischen 'Spiel' und 'Wirklichkeit', in dem alle Gegensätze und Grenzen aufgehoben scheinen.

In diesem Wirrwarr sieht die königlich-kaiserliche Balletttruppe KGI, gemeinsam mit einer zehnköpfigen Horde Mülheimer Kleinkrimineller* zwischen 12 und 85 Jahren sowie drei mehr als suspekten Berufs-Schausteller*innen des Theater Oberhausen, die Zeichen einer künftigen Welt(un)ordnung. In einer kruden Mischung aus Austro-Pop und kosmistischer Relativitätstheorie macht sich das 19-köpfige Ensemble auf eine spekulative Suche nach Wurmlöchern aus dem alternativlosen Hier und Jetzt.

kgi: büro für nicht übertragbare Angelegenheiten ist produktiver Widerspruch. Bestehend aus Studentinnen und Absolventinnen der Angewandten Theaterwissenschaften in Gießen, des Regiezweigs der HfS Ernst-Busch Berlin, der Hochschule für bildende Künste Hamburg und der Tanzfabrik Berlin versucht die Gruppe seit 2012, unterschiedliche emanzipatorisch-politische und ästhetische Positionen auszuhandeln und für ein egalitäres Theater der kommenden Gemeinschaft fruchtbar zu machen. Der Schwerpunkt der kollektiven Arbeitsweise ist die Erforschung und Erprobung hierarchiefreier Gruppenprozesse und die Inszenierung theatraler Realitäten und realer Theatralitäten. Im Frühjahr 2016 erweiterte sich die Gruppe um das Ensemble der TRANSFORMERS, ein alters-, klassen-, staaten- und kulturübergreifendes Kollektiv von Menschen aus Mülheim an der Ruhr, um gemeinsam am 'Theater as Commune' zu forschen. Der grüne Kakadu ist die fünfte Kooperation mit dem Ringlokschuppen Ruhr und dem Theater Oberhausen.

Ort Ringlokschuppen Ruhr | Am Schloß Broich 38 | 45479 Mülheim an der Ruhr

Eine Produktion von KGI in Koproduktion mit Ringlokschuppen Ruhr und Theater Oberhausen.

Foto aus TRANSFORMERS (2016): Björn Stork