E(R)DEN

URSina Tossi

Tanz
Samstag 25. April 2026, 20.00 Uhr
Vier weiblich gelesene Performer*innen sind aus der Vogelperspektive zu sehen. Sie hocken Rücken an Rücken. Alle von ihnen halten einen roten Apfel im ausgestreckten Arm - den Blick jeweils fest auf ihren Apfel gerichtet.
E(R)DEN, Copyright Alexandra Polina

E(R)DEN - URSina Tossi

Was wäre, wenn das Paradies kein geografischer Ort, kein transzendentes Idyll und keine religiöse Sehnsucht wäre, sondern eine Haltung des Teilens und der Offenheit?

Welche Kraft liegt in der Bewegung, der Begegnung, der Wärme und der Ekstase?

In Zeiten von Klimakrise, Krieg und autoritären Verschiebungen sucht E(R)DEN auf der Bühne nach Nähe, Empathie und Verbindung und erforscht Berührung als politische Praxis.

Wie bleiben Körper offen, ansprechbar und handlungsfähig – und wie lassen sich neue Formen von Zusammen-Sein erproben?

Inspiriert von Octavia Butlers Parable of the Sower entwirft die Choreographie Bilder von Gemeinschaft, Verletzlichkeit und Transformation. Fünf Tänzer*innen bewegen sich durch Nebel, Wind und dichte Klangräume, fallen, halten, tragen einander. Nähe wird verhandelt, Grenzen werden sichtbar, Beziehungen konfigurieren sich immer wieder neu. 

Der „Garten Eden“ erscheint dabei nicht als Fluchtort, sondern als ambivalente Figur zwischen Sehnsucht und Kontrolle.

Gleichzeitig spielt URSina Tossi mit dem Wort E(R)DEN - als Verb: erden, verbinden, verwandeln - aber auch als künstlerisches Konzept: E(R)DEN gräbt sich in die Schichten der Erde, der Geschichte und der Sehnsucht ein und sucht nach einer anderen Art von Boden, der weich, durchlässig und lebendig ist.

URSina Tossi

»URSina bedeutet Bär:in, Künstler:in, Tänzer:in, Choreograf:in, Elternteil, Audiobeschreiber:in, Coach*, Autor:in, Traumjäger:in, Trauma-Befreier:in, Alien.

Ich bin in einem kleinen Dorf in Süddeutschland aufgewachsen. Vater Musiker. Mutter Pflegekraft. Zwei Geschwister. Geringes Einkommen. Erfahrungen im Klassizismus wurden gemacht. Mit 15 Jahren verließ ich meine Familie, fand und gründete neue. Ich sammelte Erfahrungen als Verkäufer:in, Pflegekraft und in anderen körperlichen Berufen, aber auch als queerfeministische Aktivist:in. Bevor ich im Alter von 25 Jahren den Tanz entdeckte, bekam ich mit 19 meine erste Tochter und war 15 Jahre lang alleinerziehend. Ich studierte klassisches Ballett, zeitgenössischen Tanz, Politik und Philosophie in Ludwigshafen und Mannheim, erhielt 2014 meinen MA in Choreografie an der ArtEZ Arnhem und wurde zertifiziert in alba-emoting® und systemischem Coaching.

Meine Stücke entstehen aus queerfeministischen Position und gemeinsam mit den Menschen, mit denen ich lebe, arbeite und tanze.

Ich interessiere mich für die Spannung zwischen Körper und Diskurs, historischen Bildern und Popkultur, Tanz und Text, Form und Freiheit sowie ambivalenten Figuren aus Mythologie und Geschichte(n). Ich arbeite transdisziplinär und kollektiv mit polyphonen Gruppen aus einer Vielzahl von Tanzkulturen und -kontexten sowie mit Aesthetics of Access. 

Mein Körper kennt viele Formen und Techniken wie zeitgenössischen Tanz, klassisches Ballett, Play Fight, Emoting-Bodies und lernt von allen Künstler:innen, mit denen ich tanze.
Meine Stücke laden das Publikum ein, näher zu kommen und sich von kraftvollen Bildern, einer einzigartigen, exzessiven und alltäglichen Tanzvirtuosität und der immersiven, emotionalen und erotischen Intelligenz von Gruppenkörpern bewegen zu lassen.«

Credits

Künstlerische Leitung/Choreografie/Tanz URSina Tossi
Dramaturgie Diego de la Rosa 
Creative Production Jessica Buchholz & Alexandra Schmidt 
Tanz & Co-Choreografie Damini Gairola, Sakshi Jain, Ingjerd Solheim, Tenzin Chöney, Mark Christoph Klee 
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Audience Development Hark Empen 
Sound Johannes Miethke 
Szenografie Lea Kissing 
Kostüm Nina Divitschek 
Licht Lars Kracht
Access Dramaturgie & Beratung: Eti Lufter
Audiodeskription Anngret Schultze
Künstlerische Assistenzen: Pauline Michel & Marino Ariza
Outside Eye: Su Jin Kim

E(R)DEN ist eine Produktion von URSina Tossi in Koproduktion mit Kampnagel Hamburg und in Kooperation mit der TanzFaktur Köln. Gefördert durch die Behöre für Kultur und Medien der freien Hansestadt Hamburg, das Kulturamt der Stadt Köln und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. 

Eintritt 5/12/18/25€ - Pay what you can

Ort Ringlokschuppen | Am Schloß Broich 38 | 45479 Mülheim an der Ruhr

Eine Koproduktion von

Gefördert durch